Eine hochwertige Pumpe allein garantiert noch keinen zuverlässigen Betrieb. Entscheidend ist auch, wie die Pumpe aufgestellt, befestigt und ausgerichtet wird.
In der Praxis zeigt sich immer wieder: Probleme wie erhöhte Schwingungen, Lager- oder Kupplungsschäden, Undichtigkeiten oder vorzeitiger Verschleiss entstehen nicht zwingend durch die Pumpe selbst. Häufig liegt die Ursache in der Installation.
Doch worauf kommt es bei der Aufstellung einer Pumpe tatsächlich an?
Das Fundament – die Basis für einen stabilen Betrieb
Am Anfang steht ein stabiles und ausreichend dimensioniertes Fundament. Es muss die komplette Pumpeneinheit – also beispielsweise Pumpe, Motor und Grundplatte – sicher aufnehmen und die auftretenden Kräfte und Schwingungen beherrschen.
Dabei gilt: Die Grundplatte muss dauerhaft und vollflächig unterstützt werden.
Ein Fundament aus Beton bildet die Grundlage für die spätere Befestigung. Die Position und Anordnung der Fundamentschrauben müssen dabei bereits vor dem Einbringen des Betons beziehungsweise der Montage genau festgelegt werden.
Fundamentschrauben richtig positionieren
Fundamentschrauben sorgen dafür, dass die Grundplatte sicher mit dem Fundament verbunden wird. Je nach Pumpentyp und Ausführung kommen unterschiedliche Befestigungslösungen zum Einsatz – beispielsweise eingegossene, nachträglich vergossene oder chemisch verankerte Schrauben (Klebeanker).
Entscheidend ist, dass die Schrauben korrekt positioniert und ausreichend dimensioniert sind. Schon kleine Abweichungen können die spätere Ausrichtung der Grundplatte erschweren.
Sulzer zum Beispiel setzt je nach Anwendung unter anderem auf geschweisste, eingegossene oder chemisch verankerte Fundamentschrauben.
Praxis-Tipp:
Die Fundamentschrauben sollten nicht einfach „irgendwie passen“. Position, Abstand, Einbindetiefe und Befestigungsart müssen zur Grundplatte und zur jeweiligen Pumpenkonstruktion passen.
Sulzer zeigt im folgenden Video, wie ein Pumpenfundament fachgerecht vorbereitet wird und worauf bei der Ausführung zu achten ist.
Das Fundament ausgiessen
Ist die Grundplatte positioniert und ausgerichtet, wird der Zwischenraum zwischen Fundament und Grundplatte in der Regel mit einem geeigneten Vergussmaterialausgegossen.
Der Verguss sorgt dafür, dass die Grundplatte vollflächig und dauerhaft auf dem Fundament aufliegt. Dadurch werden Kräfte besser übertragen und die Gefahr von Verformungen oder unerwünschten Schwingungen reduziert.
Wichtig ist dabei eine sorgfältige Vorbereitung: Die Betonoberfläche muss geeignet vorbereitet, die Grundplatte korrekt ausgerichtet und der Verguss fachgerecht eingebracht werden.
Denn: Eine schlecht vergossene Grundplatte kann später nicht einfach durch eine bessere Kupplungsausrichtung kompensiert werden.
Auch das korrekte Positionieren der Pumpe und das anschliessende Ausgiessen der Grundplatte werden in einem separaten Sulzer-Video Schritt für Schritt erklärt.
Im Folgenden zeigen wir ein Beispiel aus der Praxis, wie es noch dem Verguss nicht unbedingt aussehen sollte.
Bei dieser Aufstellung war eine Bauabstützung im Weg und der Ausguss wurde um die Abstützung herum gemacht. Die Fundamentfestigkeit ist somit nicht über die Gesamtfläche gewährleistet.
Rohrleitungen: Die Pumpe ist kein Festpunkt
Ein weiterer Punkt wird bei der Montage häufig unterschätzt: Rohrleitungen dürfen nicht dazu verwendet werden, die Pumpe in Position zu ziehen.
Flansche müssen spannungsfrei zusammengeführt werden. Passt eine Rohrleitung nicht exakt zum Pumpenanschluss, darf die Pumpe nicht mit Gewalt in die richtige Position gedrückt oder die Rohrleitung mit den Flanschschrauben „herangezogen“ werden.
Denn dadurch entstehen Kräfte und Momente auf dem Pumpengehäuse, welche langfristig Schäden hervorrufen können.
Was sind Rohrleitungskräfte?
Rohrleitungskräfte entstehen beispielsweise durch:
- das Eigengewicht der Rohrleitungen und deren Inhalt
- thermische Ausdehnung
- schlecht abgestützte Rohrleitungen
- Montageverspannungen
- Druckkräfte
- Vibrationen oder Bewegungen der Rohrleitung
Diese Kräfte werden über die Rohranschlüsse, respektive Anschlussflanschen auf die Pumpe übertragen.
Die Folgen können vielfältig sein: von Verspannungen, über Verformung, Fehlausrichtung, Vibrationen, erhöhter Verschleiss, bis hin zu einem Bruch des Gusses.
Deshalb müssen Rohrleitungen ausreichend abgestützt und so ausgeführt werden, dass die zulässigen Kräfte und Momente an den Pumpenstutzen nicht überschritten werden. Es empfiehlt sich auch entsprechend dimensionierte Kompensatoren einzusetzen.
Sulzer zum Beispiel weist ebenfalls darauf hin, dass der korrekte Anschluss der Rohrleitungen entscheidend für die Zuverlässigkeit einer Pumpeninstallation ist.
Kupplungsausrichtung: Präzision vor der ersten Inbetriebnahme
Ist die Pumpe mechanisch montiert und sind die Rohrleitungen angeschlossen, kommt ein weiterer entscheidender Schritt: die Ausrichtung von Pumpe und Motor, und zwar im «kalten» Zustand.
Pumpe und Motor werden über eine Kupplung miteinander verbunden. Sind die beiden Wellen nicht korrekt zueinander ausgerichtet, entstehen zusätzliche Kräfte auf Wellen, Lager und Kupplung.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen:
- Parallelversatz– die Wellen sind parallel, liegen aber nicht auf derselben Achse.
- Winkelversatz– die Wellen stehen in einem Winkel zueinander.
In der Praxis können beide Fehler gleichzeitig auftreten.
Warum ist die Ausrichtung so wichtig?
Eine ungenaue Ausrichtung kann unter anderem zu folgenden Problemen führen:
- erhöhte Schwingungen
- erhöhte Lagertemperaturen
- vorzeitiger Verschleiss der Kupplung
- Belastung von Wellen und Lagern
- Undichtigkeiten an Dichtungen
- verkürzte Lebensdauer der Pumpe
Deshalb sollte die Kupplung nicht nur bei der Montage, sondern unmittelbar vor der Inbetriebnahme nochmals kontrolliert und ausgerichtet werden. Insbesondere, wenn es sich um Medien mit hohen Temperaturen handelt und Materialausdehnungen zu erwarten sind.
Denn selbst wenn die Pumpe ursprünglich korrekt ausgerichtet wurde, können sich durch das Ausgiessen, den Anschluss der Rohrleitungen, andere Montagearbeiten und durch Hitze Veränderungen ergeben.
Ausrichtung nach dem Anschluss der Rohrleitungen
Ein wichtiger Grundsatz lautet daher:
Erst mechanisch korrekt montieren, dann Rohrleitungen anschliessen und anschliessend die Ausrichtung nochmals kontrollieren.
Die endgültige Ausrichtung sollte entsprechend den Vorgaben des Pumpen- und Kupplungsherstellers erfolgen.
Vor der ersten Inbetriebnahme: Die letzte Kontrolle
Bevor die Pumpe zum ersten Mal gestartet wird, lohnt sich eine systematische Kontrolle.
Unsere Checkliste für die Pumpenaufstellung:
☐ Fundament ausreichend dimensioniert und vorbereitet
☐ Grundplatte korrekt positioniert und ausgerichtet
☐ Fundamentschrauben korrekt montiert
☐ Grundplatte fachgerecht ausgegossen
☐ Rohrleitungen spannungsfrei angeschlossen
☐ Rohrleitungen ausreichend abgestützt
☐ Zulässige Rohrleitungskräfte berücksichtigt
☐ Kupplung zwischen Pumpe und Motor ausgerichtet
☐ Kupplungsschutz montiert
☐ Drehrichtung des Motors kontrolliert
☐ Pumpe entsprechend Herstellerangaben befüllt bzw. entlüftet
☐ Schmierung und Dichtungen kontrolliert
☐ Alle relevanten Betriebsparameter überprüft
Erst wenn diese Punkte stimmen, sollte die Pumpe in Betrieb genommen werden.
Sulzer stellt auch für die sorgfältige Inbetriebnahme folgendes Video zur Verfügung und betont deren Bedeutung für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb.
Fazit: Gute Pumpentechnik beginnt beim Fundament
Eine Pumpe kann technisch noch so hochwertig sein – wenn Fundament, Befestigung, Rohrleitungen oder Ausrichtung nicht stimmen, kann die Anlage trotzdem Probleme machen.
Eine professionelle Pumpeninstallation beginnt deshalb nicht erst beim Einschalten der Pumpe, sondern bereits beim Fundament.
Ein stabiles Fundament, korrekt ausgeführter Verguss, passende Fundamentschrauben, spannungsfreie Rohrleitungen und eine präzise Kupplungsausrichtung bilden gemeinsam die Grundlage für einen zuverlässigen und langlebigen Pumpenbetrieb.
Und genau hier lohnt sich Erfahrung: Je früher mögliche Montagefehler erkannt werden, desto einfacher und günstiger lassen sie sich beheben.
Sie planen eine neue Pumpeninstallation oder haben Fragen zu einer bestehenden Anlage?
Die schubag AG unterstützt Sie nicht nur bei der Auswahl der passenden Pumpe, sondern auch bei Montage, Ausrichtung, einer fachgerechten und professionellen Inbetriebnahme und Service durch unsere top-ausgebildeten Techniker.
Denn eine Pumpe soll nicht nur funktionieren – sie soll zuverlässig, effizient und langfristig störungsfrei laufen.